Weihnachtliche Tischkultur

5 Tipps vom TV-Floristen Björn Kroner

Björn Kroner, 1980 in Haltern am See geboren, ist einer der weltweit bekanntesten und erfolgreichsten Floristen. Seine internationale Karriere beginnt mit einem anderthalbjährigen Aufenthalt bei Winston Flowers in Boston. In der Folge kommen zahlreiche Meisterschaften und weltweit gewonnene Preise hinzu. Ob Deutsche Meisterschaft, Worldcup in Shanghai oder Flower & Garden Show in Nagasaki und Singapur, Björn Kroner wird auf alle wichtigen internationalen Veranstaltungen eingeladen. Hierzulande ist er dem breiten Publikum durch sein Medien- und TV-Präsenz bekannt, u.a. regelmäßig bei „Volle Kanne“ im ZDF oder „live nach 9“ in der ARD. Mit „Garten & Lecker“ hat er seit 2019 sein eigenes, quotenstarkes TV-Format im WDR. 

 

Es gibt kaum einen Moment im Jahr, in dem die Tischkultur so sehr zum Tragen kommt wie an Weihnachten. Vor allem am 1. Feiertag schlägt in den meisten Familien die Stunde des groß eingedeckten Tisches. Dieses Familienfest darf man wie ein Theaterstück verstehen: Der Tisch ist die Bühne und der Gastgeber ist der Regisseur. Hier ein paar Gedanken und Tipps dazu aus vielen Jahren Erfahrung.

 

1. Die Bühne

Der Gedanke, dass der Tisch wie eine Bühne ist, zeigt, welch kreativer Akt das Decken eines Tisches ist. Je mehr man sich selbst mit dem Bild des Regisseurs identifiziert, umso mehr Spaß macht es. Das Stück, das gespielt wird ist das Weihnachtsmenu, das auf jeden Fall eine große Bühne verdient. Die Schauspieler: Porzellan, Besteck, Tischwäsche und Co. Das Bühnenbild besteht aus Tischdeko, Blumen und Kerzen. Als Regisseur dürfen Sie sich überlegen, ob Sie hier und da noch einen Gastauftritt einbauen.

2. Das Ensemble

Zum Ensemble gehören Geschirr, Besteck und Tischwäsche. Vergessen Sie nicht, dass Weihnachten ist; Sie dürfen aus dem Vollen schöpfen. Mit Blick auf die eigenen Bestände, empfehle ich immer einmal Altes mit Neuem zu kombinieren. Probieren Sie es aus! Das geht meistens besser als man denkt. Was gibt es Schöneres, als hier und da ein altes, vielleicht etwas aus der Zeit gefallenes Familienerbstück einzudekorieren?
Zur Tischwäsche: Ein Weihnachtstisch verdient eine Tischdecke und in jedem Fall Servietten aus Stoff.

3. Requisite

Es reicht natürlich nicht, nur das „Ensemble“ auf die Bühne zu stellen, auch großartige Requisiten sind unerlässlich. Weihnachten ist der Anwendungsfall von Tischdeko schlechthin. Da stehen nicht nur Blumen auf dem Tisch sondern vor allem Kerzen in den verschiedensten Formen und allerhand weihnachtlicher Tischschmuck. Die Blumen sollte man vor allem einige Tage vorher kaufen, um sicherzustellen, dass sie am Tag des Weihnachtsmenus aufgeblüht sind. Das gilt vor allem für die Weihnachtsblume schlechthin, die Amaryllis, die man unbedingt rechtzeitig kaufen und warmstellen sollte. Wer schaut schon gerne auf eine geschlossene Knospe? Bei den Kerzen gilt: Nicht an der Qualität sparen! Gute Kerzen haben ihren Preis und den sollte man investieren. Wichtig auch, sie ästhetisch an die Kerzenständer anzupassen und darauf zu achten, dass man Teelichte nicht einfach auf den Tisch stellt. Sie gehören natürlich in dafür vorgesehene Gläser.

4. Größenverhältnisse beim Bühnenbau

Ein Tipp erscheint mir besonders wichtig: Die Bühne sollte zum Bühnengeschehen proportional sein! Mit anderen Worten: Achten Sie darauf, dass Sie nicht zu viele Plätze für einen zu kleinen Tisch eindecken. Der Tisch muss großzügig angelegt sein, es darf sich nicht knubbeln. Pro Person sollte man mit etwa 50 cm Breite und einer Tiefe von 40 cm rechnen. Die Gestecke sollten ca. 25 bis 30 cm hoch sein, keinesfalls höher sonst verdeckt man die sogenannte Kommunikationsebene. Sie muss immer frei sein, damit die sich gegenübersitzenden Gäste miteinander reden können. Mein Tipp ist: Gerne einmal sehr hoch dekorieren, so dass die Tischdeko, der Blumenschmuck z.B. ab 55 cm beginnt, etwa durch besonders hohe Gefäße oder bestimmte Konstruktionen. Das macht den Tisch übrigens deutlich festlicher.

 5. Gastauftritte

Zuletzt sollte man sich über bestimmte „Gastauftritte“ Gedanken machen., gemeint sind gewisse I-Tüpfelchen wie Platz- oder Menükarten. Gerade in größeren Familien ist das Placement zuweilen wichtig damit nicht die Falschen nebeneinandersitzen und womöglich an Weihnachten alte Konflikte aufbrechen. Steuern kann man das mit Platzkarten, die jedem Gast seinen Platz zuweisen. Besonders schön finde ich Menükarten, sie werden gerne als Erinnerung aufbewahrt und dokumentieren über das Festessen hinaus den schönen Moment. Online empfehle ich einen Blick auf die Seite von Canva. Hier kann man sehr schöne Designs, passend zur eigenen Tischdeko, auswählen. Man kann die Menükarten ganz einfach herunterladen, beschreiben und ausdrucken.

Alle diese Tipps kann man natürlich auch wunderbar zu Silvester anwenden.